Da ist ein Moment, in dem Du etwas über Dich erkennst. Vielleicht während Yoga Nidra, vielleicht in einem Gespräch oder einfach, weil Du Dir nach einem vollen Tag endlich einmal zuhörst. Du merkst, was Dir fehlt. Oder was Dir schon lange wichtig ist und zwischen all den anderen Dingen kaum noch Platz bekommt. Für einen Augenblick ist das erstaunlich klar.
Und dann geht das Leben weiter. Eine Nachricht kommt, jemand möchte etwas von Dir, ein Termin muss verschoben werden. Die Klarheit, die eben noch so nah war, ist auf einmal wieder weit weg. Wenn Du das kennst, möchte ich Dir zunächst sagen: Genau an dieser Stelle beginnt für mich die spannende Arbeit mit einem Sankalpa. Wie entsteht aus einer inneren Ausrichtung eine Beziehung zu Deinem Alltag?
Diese Frage beschäftigt mich selbst. Ich mag Erkenntnisse, ich lasse mich gern inspirieren, und ich habe über die Jahre vieles gelesen und ausprobiert. Aber ins Handeln zu kommen, das Erkannte wirklich zu leben und auch morgen wieder daran anzuknüpfen – das ist ein eigener Prozess. Einer, der mich immer wieder zu mir zurückführt.
Was möchte in Deinem Leben wachsen?
Wenn ich von einem Sankalpa spreche, meine ich eine innere Ausrichtung: etwas, dem Du in Deinem Leben Raum geben möchtest. Das kann in einem kurzen Satz Ausdruck finden. Bevor Du nach diesem Satz suchst, lohnt es sich allerdings, bei der Frage zu bleiben, aus der er entstehen soll. Was ist Dir wirklich wichtig? Wie möchtest Du mit Dir und mit anderen Menschen umgehen? Was möchtest Du nähren?
Ich finde dafür das Bild von der guten Erde hilfreich. Wenn Du etwas pflanzen möchtest, schaust Du auch auf den Boden. Gibt es dort Platz? Was braucht Pflege? Mit Yoga Nidra kann ein Raum entstehen, in dem Du Dir selbst wieder zuhörst. Meine eigene Erfahrung mit dieser Praxis begann 2006. Damals kam ich aus der IT, aus Vertrieb und Consulting, und mein Kopf arbeitete auch dann weiter, wenn der Tag eigentlich längst vorbei war. Ich suchte nach Ruhe. Aus dieser Suche ist nach und nach sehr viel mehr geworden: ein Interesse daran, wie ich mit mir selbst in Beziehung bin und wie ich daraus mein Leben gestalte.
Vielleicht ist Deine Ausgangslage ganz anders. Vielleicht stehst Du vor einer Entscheidung, vielleicht möchtest Du Deine Praxis vertiefen, vielleicht spürst Du nur, dass etwas in Bewegung kommen darf. Du musst das nicht mit meiner Geschichte vergleichen. Ich erzähle davon, weil ich diese Verbindung zwischen innerer Erfahrung und gelebtem Alltag aus meinem eigenen Weg kenne.
Falls Du zunächst genauer verstehen möchtest, wie ich mit dem Begriff arbeite, findest Du auf der Seite Sankalpa finden den Einstieg. Hier möchte ich mit Dir einen Schritt weitergehen: Was geschieht, wenn eine Ausrichtung schon da ist und Du ihr im Leben begegnen möchtest?
Ein T-Shirt, ein Motiv und die Beziehung zu dem, was daraufsteht
YogiCompany und YogiCoach sind für mich Teil derselben Welt. Die Motive Sri Yantra, Ganesha und Love Peace Om haben mich schon lange begleitet. Mich interessiert daran die Verbindung, die entsteht, wenn ich etwas immer wieder sehe, trage und mit meiner eigenen Erfahrung verknüpfe. Ein Motiv bekommt Bedeutung. Es erinnert mich an eine Frage, eine Haltung, eine Ausrichtung.
Bei Ganesha kann das zum Beispiel die Frage sein: „What would Ganesha do?“ Ich beschäftige mich mit dem Motiv und schaue, welche Anregung ich daraus für mich mitnehme. Wenn ich das Shirt später wieder anziehe, kann auch die Frage wieder auftauchen. Genau dieses Wiederfinden interessiert mich im Selbstcoaching. Etwas aus meiner Praxis begegnet mir mitten im Tag – beim Anziehen, auf dem Weg zu einem Gespräch oder wenn ich kurz stehen bleibe.
Dein eigener Erinnerungsanker kann ganz anders aussehen. Vielleicht liegt eine Karte dort, wo Du morgens Deinen Tee trinkst. Vielleicht erinnerst Du Dich beim Blick aus dem Fenster an Deine Ruheinsel. Oder Du verbindest einen ohnehin vorhandenen Moment mit Deiner Ausrichtung: bevor Du den Computer öffnest, nachdem Du die Haustür geschlossen hast, bevor Du in ein Gespräch gehst. Diese Beispiele sind Einladungen zum Ausprobieren. Entscheidend ist, ob Du selbst eine Beziehung dazu bekommst.
Deshalb würde ich nicht sofort zehn Erinnerungen im Handy einrichten und den ganzen Tag mit neuen Aufgaben füllen. Nimm lieber einen Moment, der bereits zu Deinem Leben gehört, und bleib eine Weile dabei. Schau, was er bei Dir auslöst. Vielleicht merkst Du nach einigen Tagen, dass ein anderer Anker besser passt. Auch damit lernst Du etwas über Dich.
Woran könntest Du Deine Ausrichtung heute erkennen?
Hier wird es für mich konkret. Angenommen, Dein Sankalpa hat mit einem liebevollen Umgang mit Dir selbst zu tun. Was bedeutet das an einem gewöhnlichen Mittwoch? Vielleicht bemerkst Du, dass Du Dir gerade mehr auflädst, als heute sinnvoll ist. Du schaust auf Deine Aufgaben und entscheidest, welche wirklich dran ist. Vielleicht gibst Du Dir eine Pause, bevor Du auf die nächste Nachricht antwortest. Vielleicht sprichst Du aus, was Du brauchst.
Wenn Deine Ausrichtung mit Zuhören verbunden ist, könnte sie in einem Gespräch sichtbar werden: Du lässt jemanden ausreden, stellst eine Frage und hörst auch auf das, was in Dir währenddessen auftaucht. So bekommt ein Satz eine Verbindung zu einer Handlung. Es ist Dein Alltag, in dem Du herausfindest, was die Worte für Dich bedeuten.
Ich selbst komme dabei immer wieder auf drei Dinge zurück: Erkenntnis, Handlung und Beziehung. Ich erkenne etwas. Ich probiere aus, damit zu handeln. Und über diese Erfahrung verändert sich meine Beziehung zu mir selbst. Das ist für mich ein wesentlicher Teil von „Be Yogi & Coach Yourself“. Die Yoga-Praxis öffnet einen Raum; mit den Fragen des Selbstcoachings gehe ich von dort weiter.
Du kannst Dir für heute eine ganz kleine Aufgabe geben. Wähle einen Moment, in dem Du Dich an Deinen Sankalpa erinnern möchtest, und überlege, welche Handlung dazu passen könnte. Formuliere sie so, dass Du sie tatsächlich ausprobieren kannst. „Ich möchte bewusster leben“ lässt sehr viel offen. „Vor dem nächsten Gespräch nehme ich mir einen Moment und frage mich, wie ich zuhören möchte“ gibt Dir etwas, mit dem Du heute Erfahrung sammeln kannst.
Am Abend kannst Du darauf zurückschauen. Wann war Deine Ausrichtung spürbar? Wo hast Du sie vergessen? Was hat Dir geholfen? Du musst darüber kein großes Tagebuch führen. Manchmal genügt eine Notiz, an die Du morgen wieder anknüpfen möchtest.
Auch das Wiederanfangen gehört zu Deinem Weg
Es wird Tage geben, an denen der Erinnerungsanker einfach nur da liegt. Du gehst daran vorbei, der Tag nimmt Dich mit, und erst später fällt Dir ein, was Du eigentlich ausprobieren wolltest. Dann kannst Du wieder anfangen. Gerade diese Bereitschaft, Dir erneut zuzuhören, gehört für mich zur Beziehung mit Dir selbst.
Ich benutze gern das Bild vom Surfen. Du findest Deine Balance in Bewegung. Die Wellen bleiben unterschiedlich, und mit jeder Begegnung lernst Du etwas dazu. Dein Sankalpa kann Dir dabei eine Ausrichtung geben. Wie Du sie lebst, entsteht in den vielen kleinen Entscheidungen, aus denen Dein Tag besteht.
Wenn Du möchtest, beginne mit einem ruhigen Moment und meiner kostenfreien Sankalpa-Meditation. Sie gehört zu meinem Buch „Dein Sankalpa für Yoga Nidra“ und lädt Dich dazu ein, Deiner eigenen Ausrichtung Raum zu geben. Du brauchst dafür noch keinen fertigen Satz.
Und wenn Du merkst, dass Du Deine Fragen lieber mit persönlicher Begleitung anschauen möchtest, findest Du hier mein vierwöchiges Sankalpa-Coaching. Wir beschäftigen uns damit, was Dir wichtig ist, wie Du dafür Worte findest und wie diese Ausrichtung in Deinem Leben Platz bekommt.
Vielleicht beginnt das heute ganz unscheinbar. Ein Shirt. Ein Atemzug. Eine Frage, die Du Dir wieder stellst. Und dann schaust Du, was Du damit anfangen möchtest.
Deiner Ausrichtung Raum geben
Wenn Du Deine eigene Ausrichtung erforschen möchtest, beginne mit meiner kostenfreien Sankalpa-Meditation. Du erhältst sie über die bestehende Anmeldeseite zum Buch.
Marc Fenner
Mein Weg mit Yoga und Yoga Nidra begann 2006. Heute verbinde ich eigene Praxis, Ausbildung und persönliche Begleitung als YogiCoach.